Genießen wie im Piemont

Zurzeit fehlt mir Italien ganz besonders. Die wärmende Sonne, das Licht, meine Freunde dort, unser Haus mit dem Blick auf die Olivenbäume und den herrlichen Himmel überm Meer. Wie schön wäre es jetzt zu reisen. Dorthin zu reisen. Aber in Zeiten der Pandemie verliert das Leben an Leichtigkeit, Spontaneität und dem Gefühl der Freiheit.

Umso mehr habe ich mich gefreut, als vor einigen Tagen ein Kurier mit einem Paket aus Italien in der Hand vor meiner Tür stand. Geschickt hatten es mir die Macher von ItalianMyFood aus dem Piemont. Durchs Piemont fährt man, wenn man aus der südlichen Schweiz am Lago Maggiore Richtung Ligurien ans Meer steuert. Eine fruchtbare, hügelige Region, die berühmt ist für ihre wunderbare Küche, weißen Trüffel aus Alba und natürlich ihren Barolo, Barbera, Dolcetto und anderen leckeren Wein. Das wussten früher schon einige Fürsten zu schätzen und ließen es sich dort gutgehen. 

Doch jetzt hatte ich das Vergnügen. Fertige Eiernudeln, Nudelsaucen und dergleichen finden eigentlich nur selten den Weg in meine Küche, weil sie mir normalerweise nicht besonders schmecken. Aber das hier war wie: in einer spitzenmäßigen Trattoria zu sitzen und  authentisch piemontesisch zu essen. Für einen Augenblick konnte ich Norddeutschland vergessen. Als Vorspeise gab es geröstete Brotscheiben, belegt mit leckerem, süßsauer eingelegtem Gemüse (Agrodolce), dann eine Nudel, die ihresgleichen sucht, Tajarin mit feiner Artischocken-Oliven-Sauce (Sugo di carciofi) und zum Schluß den schokoladigen Bunet, die piemontesische Antwort auf Crème caramel. Alles sehr köstlich, frisch, von guter Qualität und tadellosem Geschmack. Wir waren begeistert.

Geröstete Brotscheiben mit knackig eingelegtem Gemüse und Olivenöl

Tajarin ist sozusagen die Königin unter den Nudeln, sie begegnen einem nur im Piemont, sie verkörpern Tradition und Identität der piemontesischen Küche, reich, sehr reich an Ei, sehr fein und von schöner Struktur. Das Gegenteil sozusagen von Spaghetti. Schon König Vittorio Emanuele II wusste das zu schätzen und ließ sie sich von seiner Geliebten zubereiten. 

Wunderbare Tajarin mit leckerer Artischocken-Oliven-Sauce

 

Bunet, traditioneller Schoko-Amarettini-Pudding

Die royalen Zeiten sind längst vorbei, und so stehen wir selbst am Herd, dafür aber ohne Aufwand. Manchmal ist das auch ganz schön. Zusammen mit den Gläsern und Päckchen erhält man eine kurze Anleitung mit Wissenswertem zu den Gerichten und Zutaten und wie man was servieren kann.

Der Gaumen der Veranstaltung ist Stefano Paganini, Küchenchef und Betreiber eines eigenen Restaurants im wunderschönen Schloß von Magliano Alfieri, er ist der Entwickler der Gerichte, die man seit neuestem online bestellen kann. Die Auswahl ist noch klein, aber dafür sehr fein. Man kann sich selbst (und natürlich auch anderen) ein kleines Geschenk und viel Freude damit machen. Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg. Ganz besonders in diesen Zeiten.

Bezugsquelle: ItalianMyFood

Leckeres Essen direkt aus dem Piemont: das vegetarische Menü

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