Ingwer (Zingiber officinale)

Die tolle Knolle, mittlerweile unentbehrlich, kommt meistens aus China, wenn sie uns im Bioladen oder bei Edeka angeboten wird. Bei China denke ich leider nur immer an überdüngte, ausgelaugte, kaputte Böden, Umweltkatastrophen und weit weg. Deshalb hätte ich sie am liebsten im eigenen Garten, was klimatechnisch zwar nicht geht, aber im Topf vielleicht doch einen Versuch wert ist. Gerade habe ich nämlich in einem italienischen Journal über den Anbau im Kübel gelesen – also warum nicht auch hier?

Die Pflanze braucht Wärme, Feuchtigkeit (aber nicht zu viel) und gute Erde. Das müsste sich doch machen lassen! Meine Freundin Ute hat mir ihre nutzlos gewordenen, treibenden Ingwerknollen überlassen, mit denen ich jetzt einfach loslege…

Die Wahl der Knolle:
Nicht jede Knolle ist bereit, auszutreiben. Man sollte nach solchen Ausschau halten, die kleine gelblich-grüne Knubbel und Spitzen haben. Aus ihnen können sich Triebe bilden. Die Knolle sollte aus einem Bioladen bezogen werden, denn nur biologisch kultivierter Ingwer ist frei von Pestiziden, Fungiziden und anderen chemischen Wirkstoffen, die ggf. auch das Wachstum hemmen.

Die Knolle wird nach dem Kauf zunächst für 1 bis 2 Tage in kalkfreies Wasser (Regenwasser) gelegt, damit sie sich richtig vollsaugen kann.

 Das richtige Gefäß:
Ingwer bildet Rhizome. Rhizome sind unterirdisch wachsende, horizontale Sprossachsen. Die Ingwerknolle sollte deshalb zunächst in ein eher flaches Gefäß gelegt und nur knapp mit Erde bedeckt werden.

Der Versuch, Ingwer selbst zu kultivieren

Wachstumsvoraussetzugen:
Ingwer braucht nahrhafte, gute und durchlässige Erde. Bis er anfängt zu spriessen, sollte der Topf im Warmen stehen, aber nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein. Die Erde sollte regelmäßig gegossen und mäßig feucht gehalten werden, aber nicht zu nass sein. Man kann den Topf auch mit etwas Folie abdecken, damit die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist und jeden Tag mit einer Sprühflasche die Erde befeuchten.

Wachstumsphase:
Sobald sich nach einigen Wochen grüne Triebe zeigen, die sich dann in die Höhe recken, sollten diese wieder mit etwas Erde bedeckt werden. Dies bewirkt, dass die Pflanzen weiter nach oben wachsen, aber auch ihre Knolle größer werden, die nachher ja geerntet werden sollen. Notfalls muss man die Wurzel einmal vorsichtig in einen tieferen Topf umsetzen. Aber erst, wenn sich die Blätter kräftig entwickelt haben.

Ernte:
Nach etwas sieben bis neun Monaten, wenn sich die Blätter gelb verfärben, kann man die Knollen ernten – wir werden sehen…

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