Nachgekocht: „Achtsame Ayurveda Küche“

Bilder erzeugen Erwartungen, gerade bei Kochbüchern. So ist es mir auch bei dem Band „Achtsame Ayurveda Küche“ gegangen. Alles wunderbar fotografiert, schönes Geschirr, schöne Farben. Doch wenn man die ayurvedische Küche nicht kennt, nicht weiß, was einen erwartet, hat man vielleicht viele indische Gerichte und die vielen Currys im Kopf.  Was man bekommt, ist eher mild, sanft, unaufgeregt, nett fürs Auge, aber sehr zurückhaltend im Aroma. Zumindest hier. Denn bewusst habe ich vorher erst ein ayurvedisches Gericht, ein Tomaten-Spinat-Curry, gekocht, das war jedoch nach meinem Geschmack.

Ich belasse es deshalb erstmal dabei. Für andere mag es gut sein, vielleicht auch gerade im Rahmen einer Ayurveda-Kur oder -Behandlung oder dem Ayurveda-Lifestyle. Meine kulinarische Welt ist es nicht.


Orangen-Safran-Couscous

Ein frugales Frühstück, aber zum Abnehmen gut: der neutrale Couscous ist kaum süß, Gewürze und Orangenspalten retten den Geschmack und der Sättigungseffekt setzt dann verspätet ein. Zusammen mit einer Tasse Tee jedoch völlig ok.

Zutaten: (2 Personen)
6 – 8 Safranfäden
100 g Couscous
¼ Tl Kurkuma
2 Orangen
2 El Rosinen
¼ Tl Kardamom, gemahlen
2 Tl Ahornsirup
1 Tl Pistazien, gehackt

Die Safranfäden in 1 El Wasser einweichen für später.

Couscous mit Kurkuma in einer Schüssel mischen, mit 400 ml kochendem Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten quellen lassen. Mit einer Gabel auflockern.

Die Orangenschalen mit einem feinen Zestenreißer abziehen und beiseite stellen. Die Orangen dann rundherum mit einem Messer schälen und die Spalten aus den Zwischenhäutchen lösen. Saft auffangen.

Die Orangenfilets mit den Rosinen, Kardamom und Ahornsirup unter den Couscous heben und mit Pistazien und Orangenzesten garnieren. Mit Safranwasser beträufeln und servieren.


Kräuter-Kokos-Suppe mit Tofu

Diese Kräutersuppe ist wirklich mild und nur ganz leicht cremig. Deshalb kann man sie auch ganz gut innerhalb eines Menüs einsetzen, da eigentlich nur der Tofu vorübergehend sättigt. Dieser wird mit Knoblauch angebraten und gibt dem Gericht neben den Kräutern einen angenehmen Geschmack. Ganz besonders gut finde ich die gerösteten Kokosraspel, eine Neuentdeckung, die ich schon in andere Gerichte übernommen habe. Ich weiß zwar nicht wieso, aber ich würde sie gefühlsmäßig als Frauensuppe einorden, Männern schmeckt sie vermutlich eher nicht.

Zutaten: (2 Personen)
Für das grüne Khandwa:
1 El Kokosmehl
2 El gehackte Kräuter (Petersilie, Basilikum, Koriander)
½ Tl Kräuter der Provence
½ Tl Ingwer, gehackt
½ grüne Chilischote
½ Tl Bockshornkleeblätter
½ Tl Amchur (Mangopulver)
1 Tl Jaggery (od. Rohrohrzucker)
½ Tl Salz
65 ml Rapsöl

250 g Tofu, in Würfel
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 Tl grünes Khandwa
1 Tl Zitronensaft
Salz
1 El Kräuter, gehackt (Koriander, Petersilie, Basilikum, Salbei)
250 ml Reismilch
400 ml Kokosmilch
1 El Kichererbsenmehl
2 Tl Ghee (geklärte Butter)
1 El Kokoschips, geröstet
1 El Schnittlauchröllchen

Die Tofuwürfel mit Knoblauch, Khandwa, Zitronesaft und 1 Prise Salz marinieren und 15 Minuten ziehen lassen.

Währenddessen für die Suppe die Kräuter mit der Reismilch und der Kokosmilch sowie dem Kichererbsenmehl gut pürieren und in einem Topf 15 Minuten kochen lassen. Mit Salz abschmecken.

Das Fett in einer Pfanne erhitzen, die Tofuwürfel darin anbraten bis sie Farbe bekommen. Die Suppe in Schalen anrichten, den Tofu darüber verteilen und mit Kokoschips und Schnittlauchröllchen garnieren.


Quinoa-Bratlinge im Sesammantel mit Kürbismus

Bratlinge gehen bei uns eigentlich immer gut, aber diese bleiben fast unangetastet, denn sie machen irgendwie keine Freude. Auch wenn die Gewürze gut zum nussigen Aroma der Quinoa passen, man sich über eine leichte Schärfe freuen darf und das Kürbismus schön dazu aussieht. Erstens zerfallen sie, sobald man sie nur anschaut, und zweitens wird ihr Volumen im Mund gefühlt doppelt so groß.

Die Tridosha-Currymischung habe ich für dieses Rezept improvisiert, da ich für ¼ Teelöffel nicht den ganzen Aufwand treiben wollte. Also habe ich nachgewürzt mit Kreuzkümmel, schwarzen Senfsamen, Chili, Kurkuma, Koriander, Pfeffer, Ingwer und Salz. Es fehlen Ajowan (Königskümmelsamen), Bockhornkleeblätter, Fenchelsamen, Lobeerblätter, Kokosmehl, Asafoetida, Amchur, Steinsalz. Aber ich glaube, das macht nichts.

Zutaten: (2 Personen)
Für das Kürbismus:
500 g Hokkaidokürbis, gewürfelt
¼ Tl Kurkuma
¼ Tl Amchur (Mangopulver)
¼ Tl (Tridosha-)Currymischung
Salz
100 ml Kokosmilch
evt. 1 El Maismehl
1 Tl Kürbiskerne, gehackt
½ Tl Kürbiskernöl

Für die Bratlinge:
100 g Quinoa
1 El Kräuter, gehackt (Petersilie, Koriander)
1 Tl Garam Masala
¼ Tl Chilipulver
¼ Tl Amchur (Mangopulver)
1 El Mandeln, gehackt
¼ Tl Zucker
Salz
2 – 3 El Maismehl
200 – 300 g Sesam

Für das Kürbismus den Kürbis mit den Gewürzen, 100 ml Wasser und der Kokosmilch in einem Topf in 10 – 15 Minuten weichkochen. Pürieren und mit Salz abschmecken. Falls das Püree zu flüssig ist, Maismehl unterrühren. In eine Schüssel füllen und mit Kürbiskernen und Öl garnieren.

Backofen auf 180° C Umluft vorheizen. Für die Bratlinge die Quinoa in 300 ml Wasser in einem Topf in 15 Minuten garkochen. Quinoa, Kräuter, Gewürze, Mandeln, Zucker und etwas Salz vermischen. Maismehl unterheben und mit feuchten Händen kleine Bratlinge (Höhe etwa 2 cm, Durchmesser 5 cm) formen. In Sesam wälzen und auf ein mit Backtrennpapier belegtes Blech legen. Im Ofen  etwa 15 Minuten backen.

Die Bratlinge mit dem Kürbismus servieren.


Mango-Kokos-Pistazien-Bällchen

Mir ist schleierhaft, warum dieses Rezept für 2 Personen angesetzt ist. Denn: nach einem dieser Bällchen ist man gesättigt und hat auch kein Bedürfnis nach einem weiteren (das ist ganz anders als bei Schokolade). Im Rahmen einer Diät sind sie deshalb wunderbar, denn sie enthalten keinen Industriezucker und sind auch sonst überhaupt nicht süß. Und man kann zwei Wochen davon zehren.

Zutaten: (2 Personen)
100 g Kokosmehl
200 g Kokoscreme
100 g Mangomark
2 Tl Mandeln, gehackt
½ Tl Kardamom, gemahlen
ein paar Tropfen Rosenwasser
2 El Pistazien, gehackt

Kokosmehl ohne Fett in einer Pfanne anrösten und in einem Topf mit allen anderen Zutaten (bis auf die Pistazien) vermischen. Kurz erhitzen, bis die Masse fest wird. Abkühlen lassen.

Kleine Bällchen formen und in den Pistazien wälzen.

print
Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.