Wunderbar: „Asien vegetarisch“ von Meera Sodha

Kleines Abenteuer

Einer der Vorteile, in einer Stadt wie London zu leben, ist der, dass man sich vor lauter guter Restaurants gar nicht retten kann und immer die Möglichkeit hat, in die Küchen aus aller Welt zu schnuppern. Meera Sodha, die selbst indische Wurzeln hat und leidenschaftlich gerne kocht, hat das gemacht und nimmt uns in ihrem neuen Kochbuch „Asien vegetarisch“ mit auf ihre kulinarische Reise. Sie schenkt uns aussergewöhnliche Gerichte, die leicht zu kochen und dabei so schön schmackhaft sind.


Die vegetarische asiatische Küche bietet unglaublich viele Facetten von Zubereitungsarten und Aromen. Doch ist man ehrlich, beschränkt sich das Repertoir dann im schnellen Alltag immer wieder auf ähnliche Gerichte, denn ein Thai-Curry oder ein Bratreis sind schnell improvisiert und zubereitet. Dabei gibt es noch so viel mehr zu entdecken und auszuprobieren, und wer einmal in Honig, Ingwer und Sojasauce geschmorten Tofu, Spitzkohl-Okonomiyaki oder ein Grünkohl-Saag gekostet hat, weiß, dass man seine Geschmacksknospen auch noch mit ganz anderen Gerichten verwöhnen kann, die mindestens genauso alltagstauglich sind.

„Asien vegetarisch. 120 Rezepte von Mumbai bis Peking“, Meera Sodha, (C) Dorling Kindersley Verlag, München, 2020

Die in London lebende Meera Sodha ist mit der indischen Küche aufgewachsen. Doch für ihr neu erschienenes Kochbuch „Asien vegetarsich“ hat sie auch in der Küche Thailands, Malaysias, Chinas, Vietnams, Koreas und Japans gestöbert. Gleich um welche Landesküche oder welches Rezept es sind handelt, die Autorin liefert dazu immer kleine kurzweilige Geschichten, pragmatische Tipps oder Erläuterungen, so dass man auch etwas zu schmökern hat, was ich persönlich sehr mag.

Jedem, der dieses auch grafisch sehr ansprechende und schön gestaltete Buch in den Händen hält, kann ich nur empfehlen, einmal querbeet zu kochen. Am besten die Kühlschranklage sondieren, im Register des Buches suchen und loslegen.

So zumindest habe ich es gemacht und dann Rezepte ausprobiert, die ich sonst vielleicht nicht gewählt hätte. Angefangen bei dem bunten Regenbogensalat, weil ich in asiatischen Resaturants – und in Asien schon gar nicht – auf die Idee kommen würde mir die meist lieblosen Sättigungsbeilagen zu bestellen. Umso erstaunlicher war das knackige, leckere Ergebnis mit diesem wunderbaren, leicht scharfen Dressing.

Mit dem Seidentofu in meinem Kühlschrank kam ich irgendwie auch nicht weiter. Also habe ich ihn in Meeras „teuflisches“ Dressing eingelegt und regelrecht verschlungen. Oder den Weißkohl im Ofen rösten? Ich habe auf diesem Weg für mich Gochujang entdeckt und möchte die koreanische Chilipaste (die ich mir jetzt immer selbst mache und auf Vorrat aufbewahre) als Würzmittel für viele Saucen oder Marinaden nicht mehr missen.

Dieses Buch ist ein kleines Abenteuer, auf das man sich wunderbar einlassen kann, um dann viel Neues für sich zu entdecken.

Rezepte aus diesem Buch:

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