Früher habe ich meistens freitags für die Kinder regelmäßig süße Mittagsgerichte – wie sie in Süddeutschland Tradition sind – gemacht. Die anstrengende Schulwoche war dann rum und es gab zur Feier des Tages leckere, gefüllte Pfannkuchen, Zwetschgenknödel, Buchteln mit Kompott, Waffeln mit Zimt und Apfelmus, was bei allen die Stimmung ungemein heben konnte. Nur mein Mann hat sich daraus wenig gemacht, war uns aber egal.
Jetzt ist es ja mittlerweile so, dass alle drei Kinder ausgezogen sind, und ich mit meinen Gelüsten nach süßen Pfannkuchen ziemlich allein da stehe. Während die Äpfel draussen leuchten und endlich reif sind, sehe ich vor meinem inneren Auge nur noch unterschiedliche Apfelkuchen, Applecrumble, Apfelschmarrn und Reibekuchen mit Apfelmus, bin vom Gedanken beinahe besessen.
Wie es der Zufall will, habe ich wunderbarerweise sturmfreie Bude und nutze das unverfroren aus. Keine geregelten Abläufe mehr, ich esse wenn ich Hunger bekomme, esse worauf ich Lust habe – und deshalb gibt es jetzt endlich mal wieder Pfannkuchen mit gedünsteten Äpfeln.
Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht gleich etwas Neues ausprobieren würde. Denn diesmal nehme ich Kichererbsenmehl anstatt Dinkel. Das ist proteinreicher und auch sonst gesünder und eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Es ist glutenfrei (was für mich eine weniger große Rolle spielt) und taugt für eine vegane Ausführung (weshalb ich es auch meinem Sohn schicken werde).
Kichererbsen-Mehl wird in Ligurien traditionell für Farinata (bzw. in Nizza für Socca) genommen. Der Teig wird hier adaptiert, kommt aber in die Pfanne und enthält weniger Fett. Das allerwichtigste ist, den Teig mehrere Stunden oder über Nacht quellen zu lassen, dann eine beschichtete Pfanne und wenig Fett zum Ausbacken zu nehmen. Man kann ihn so ganz dünn zu Crêpes ausbacken.

Zutaten: (2 Personen)
200 g Kichererbsenmehl
400 ml Wasser
1 TL Meersalz
(evtl. 1 Ei)
Olivenöl
Füllung:
6 Äpfel
Rosinen
Haselnüsse, geröstet, gehackt
Zimt-Zucker
Puderzucker
alternativ: Ahornsirup
Nur als Option das Ei: Mit Ei wird der Teig elastischer, saftiger und bricht nicht so schnell in der Pfanne.
Alle Zutaten miteinander verrühren und mindestens 1 Stunde quellen lassen. Besser 1 Nacht.
Für das Apfelkompott die (evtl. geschälten) Äpfel in kleinere Würfel schneiden. Mit den Rosinen in etwas Wasser in wenigen Minuten weich kochen. Mit Zimt-Zucker bestreuen. Lauwarm halten.
Den fertigen Teig kellenweise in der heißen Pfanne dünn ausschwenken und von beiden Seiten backen. Pro Person 2 Crêpes mit Apfelkompott füllen, mit Puderzucker oder besser noch Ahornsirup leicht aromatisieren, Haselnüsse darüber streuen.