Im Sommer waren wir in Italien bei Freunden mittags zum Essen. Es war ziemlich heiß an diesem Tag. Jochen hat uns – wie es seine Gastgeberart verlangt – wie immer bei Ankunft mit aperitivi versorgt, die wir an einem kühlen, schattigen Plätzchen genießen konnten. Mein Gatte hat sich gleich zum Limoncello-Spritz überreden lassen, da der Likör erstens selbst gemacht war und zweitens einfach lecker schmeckt. Das Besondere an seiner Rezeptur bestand darin, dass ein Teil des zugesetzten Wassers bei der Herstellung durch Zitronensaft ersetzt wurde und deshalb schön säuerlich (und nicht wie gewohnt zuckersüß) wurde.
Gleiche Teile Limoncello, Prosecco und Sprudelwasser ergeben einen wunderbar erfrischenden Limoncello-Spritz. Dieser wird am besten mit Eiswürfeln serviert.
Jochen hat mir hier sein spitzenmäßiges Rezept verraten. Jetzt im Winter gibt es gute Zitronen (zum Beispiel bei Crowdfarming), die man dafür wunderbar verwenden kann.

Mein persönlicher Tipp: Ein Gläschen Limoncello ist wirklich gut gegen Müdigkeit!
Zutaten:
1 l Alkohol 96 %
10 Bio-Zitronen, Schale
1 l Zitronensaft
1 l Wasser
1 kg weißer Zucker
Die Zitronen mit heißem Wasser abwaschen und trockenreiben. Mit einem Sparschäler die Schale ohne die weiße Haut darunter abschneiden und in einem großen Schraubglas mit dem Alkohol ansetzen und für 3-4 Wochen dunkel stehen lassen (ganz Eilige reduzieren die Zeit auf 14 Tage). Der Zitronengeschmack wird dabei extrahiert.
Den Saft aus den geschälten Zitronen auspressen und im Tiefkühlfach gefrieren, bis er gebraucht wird.
Nach der Wartezeit die Zitronenschalen entfernen und den Zuckersirup herstellen. Dafür 1 l Wasser und 1 l Zitronensaft mit dem Zucker in einem Topf vermischen und zum Kochen bringen. 10 Minuten in Ruhe ohne Deckel zu einem Sirup einkochen lassen. Den Zitronensirup filtern.
Den abgekühlten Sirup zum Zitronenansatz schütten und 1 weitere Woche gut geschlossen ziehen lassen. Er verändert in dieser Zeit noch seinen Geschmack.
In saubere Flaschen umfüllen und gut verschließen. Dunkel lagern.
Anmerkung: In den Flaschen bildet sich nach einiger Zeit oben eine hellere Schicht. Das stammt vom Fruchtfleisch der Zitronen und schmeckt gut. Nicht irritieren lassen.