Schule ohne Seelentrost

Manchmal kann einem die Schule das ganze Mittagessen verderben. Da hat man stundenlang gekocht …und dann knallen die Türen, der Rucksack fliegt durch die Luft, der Sohn ist misslichst gelaunt. Der Teller mit dem wunderbaren Persischen Reis wird naserümpfend einfach weggeschoben. Erstmal muss er die Rüffel des Biolehrers wegen Schlamperei verdauen.

Seine Schwester, inzwischen ebenfalls eingetrudelt, hat auch keinen Hunger, weil sie sich in der Freistunde in der Mensa eines von diesen lieblos hingeklatschten Käsebrötchen gekauft hat.

Dann sitze ich plötzlich allein am Tisch und vor meinem Teller. Na gut. Wer, wenn nicht die Familie soll Blitzableiter sein? In dem Fall lassen die Kinder eben ihre schlechte Laune an meinem liebevoll gekochten  Essen aus. Ich nehme das auch nicht persönlich, wahrscheinlich hätte ich den beiden sonst was vorsetzen können, nichts wäre recht gewesen. Ausser vielleicht Grießbrei, dem Seelentröster schlechthin.

Dabei sollte Schule in Sachen Ernährung selbst einmal ihre Hausaufgaben machen. Die meisten Kantinen sind phantasielos und leider oft grottenschlecht, unter vegetarischem Essen versteht man totgedünsteten Blumenkohl mit Fertig-Sauce oder fettige Kartoffelpuffer aus der Großpackung, die selbst bei meinen Kinder Übelkeit hervorrufen.

Als große Ausnahme gilt ein Münchner Gymnasium, bei dem Kochen zum Unterricht gehört. Dort sorgen Fünft- bis Zehntklässler reihum unter Profianleitung für das komplette Schulessen. Und alle haben etwas davon. Also, es geht!

Eine tolle Idee.

Mein persischer Reis war dann bis zum Abend doch bis auf das letzte Körnchen aufgegessen. Morgen gibt es trotzdem vorsorglich Grießbrei oder Waffeln.

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