Brennesseln (Urtica)

Ah, sie brennen schon ganz schön und ich kenne niemanden, der Brennesseln freiwillig anfasst. Als Erwachsener mag man sich ja noch einreden, dass die Ameisensäure gut für die Durchblutung ist.  Aber angenehm ist was anderes. Dabei dient dies allein der Abwehr gegen Fressfeinde. Nur gut, dass es Handschuhe gibt und wir die Königin unter der Heilpflanzen einfach pflücken können. Schon Heinrich Hoffman von Fallersleben pries im 19. Jahrhundert das „verkannte Kräutlein“ für seine wertvollen Inhaltsstoffe. Brennesseln enthalten viele Flavoinoide (sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung, die vor Krankheiten schützen), Mineralstoffe, Vitamine, Eisen und 30% Eiweiß in der Trockenmasse. Das ist schon enorm. Sie stärken nicht nur den Menschen, auch die Pflanzen im Garten profitieren von ihnen. Man muss sie nur einsammeln. Da könnte vielleicht noch ein Aberglaube hilfreich sein, um das Kribbeln zu ertragen: Hält man fünf Nesselblätter in der Hand, bleibt man frei von Furcht und bei kühlem Verstand. Klingt gut! Gesammelt wird die Große Brennessel (Urtica dioica), die Kleine Brennessel (Urtica urens) ist einfach nur noch fieser


Steckbrief

Familie: Urticaceae (Brennesselgewächse)

Futterpflanze für rund 50 Schmetterlingsarten

Zeigerfunktion für stickstoffreiche Böden

Verwendung in der Küche

  • als Blattgemüse verwenden wie Spinat. Dafür die Blätter kurz blanchieren
  • als Salatbeimischung die Blätter mit dem Wiegemesser ganz fein zerkleinern
  • als Tee die Blätter einfach trocknen

Verwendung im Garten

  • Kaltwasserauszug: 1 kg Brennesseln in 10 l Wasser einweichen. Nach 24 Stunden ist der Auszug fertig und kann zur Stärkung von Pflanzen gegen saugende Insekten gespritzt werden
  • Jauche : 1 kg Brennesseln in 10 l Wasser in einem Behälter einweichen und 10 Tage bei 20°C gären lassen. Danach im Mischungsverhältnis 1:10 als Düngemittel für Pflanzen verwenden
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