Seitan selbstgemacht

Mein Biohändler hat mich angeschaut als wäre ich irre, als ich ihn nach reinem Gluten gefragt habe. Wo doch alle Welt einen Bogen darum macht wie der Teufel ums Weihwasser. Wo „glutenfrei“ doch gleichgesetzt wird mit „besonders gesund“. Alles Blödsinn. Nein, ich brauchte Gluten, um Seitan selbst herzustellen. In der Zwischenzeit hat mein Biohändler das Pulver in seinem Sortiment – und unsere Bolognese geht nicht mehr aus.

Nebenbei bemerkt, machen glutenfreie Lebensmittel nur für die wenigen Menschen Sinn, die an Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit, leiden. Diese Produkte sind nicht gesünder – nur teurer. Die Lebensmittelindustrie hat mal wieder gut gearbeitet


200 g Gluten ergeben 800 g Seitan

Tipp: Seitan ist geschmacksneutral. Das Wichtigste ist also, ihm richtig Würze zu verpassen. Frisches Seitan lässt sich 4 Tage in einer Marinade im Kühlschrank aufbewahren oder auch portionsweise einfrieren.

Zutaten:
für das Seitan:
200 g Gluten-Pulver
Oregano, getrocknet
Majoran, getrocknet
4 El Sojasauce
Chiliflocken
2 El Tomatenmark
Wasser

für den Gemüsesud:
1 Bouquet Garni
Lorbeerblätter
Liebstöckel, getrocknet oder frisch
Thymian
Salz
Chili
Ingwer
Sojasauce
Knoblauch
Olivenöl

Das Glutenpulver mit Chiliflocken vermischen, auch getrocknete Kräuter wie Oregano und Majoran können beigemengt werden. 200 ml Wasser mit 4 El Sojasauce und eventuell 2 El Tomatenmark verrühren. Die Flüssigkeit wird zum Gluten geschüttet und mit einem Holzlöffel verrührt, dann mit den Händen kurz geknetet. Das Gluten nimmt nur begrenzt Wasser auf, deshalb kann man sich da gar nicht vertun. Es entsteht eine zähe, kaugummiartige Masse, die nun gekocht werden muss.

Für den Sud etwa 2 Liter Wasser mit den geputzten und kleingeschnittenen Gemüsen aufsetzen. Gut mit Salz, Kräutern usw. würzen und aufkochen. Den Seitanklumpen darin 1 Stunde köcheln lassen. Dann ist er fertig. Den Sud kann man gut als Grundlage für eine Suppe nehmen.

Für Bolognese das Seitan in kleinere Stücke schneiden und mit der Küchenmaschine kleinhäckseln. Dann soviel man braucht mit einer guten Tomatensauce vermischen. Den Rest einfrieren.

Man kann Seitan auch in Scheiben schneiden und braten. Ich selbst habe das allerdings noch nicht ausprobiert.

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