Sonntagsessen: Capellini mit Bällchen in Tomatensugo

 Die Köchin bestimmt, was auf den Tisch kommt. So ist das zumindest bei uns. Ich koche, deshalb hat der Fleischesser in unserer Familie leider das nachsehen. Aber das macht ihm nichts aus, er vermisst auch nichts, im Gegenteil. Aber er freut sich, wenn ich mit Sojaschnetzeln eine vegetarische Bolognese zubereite oder eben auch diese Seitan-Bällchen. Gewürze und Konsistenz sind bei vielen verarbeiteten Fleischgerichten nämlich der Schlüssel und dem kann man sich einigermaßen annähern.

Die Seitanbällchen (man könnte sie auch vegetarische Polpette bezeichnen) sind bei uns sehr beliebt. Sie werden mit Oregano gewürzt und eignen sich sowohl für das klassische italienische Nudelgericht „Spaghetti con polpette“ (für das wir hier die noch dünneren Capellini benutzt haben) oder auch zum Grillen, gegen den Jieper auf etwas Deftiges zwischen den Zähnen oder für die Schulbrotdose. Seitan enthällt viel Protein, macht schön satt und lässt sich leicht aus reinem Glutenpulver herstellen.

Dieses Pastagericht also ist eines, bei dem man erst aufhört zu essen, wenn wirklich die letzte Nudel verteilt ist. Irgendwie hat es auch etwas Feierliches, vielleicht ein bißchen etwas von einem Sonntagsessen. Und die Tomatensauce ist original italienisch und so richtig gut.

Die Bällchen lassen sich leicht vorbereiten und eignen sich bestens zum Einfrieren. Deshalb wird hier gleich die doppelte Menge hergestellt


Zutaten: (4 Personen)
300 g Capellini
8-12 Seitan-Bällchen

Für die Seitan-Bällchen: (24 Stück)
80 g Soja-Schnetzel, fein
1 El Gemüsebrühe (Pulver)
2 Tl Meersalz
200 g Gluten (Seitan-Pulver od. Seitan-Fix)
4 El Semmelbrösel
2 Tl Fenchelsamen, gemahlen
2 Tl Oregano, getrocknet
4 El Tomatenmark
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 El Senf
2 El Sojasauce
4 El Olivenöl

Für den Tomatensugo:
1 Zwiebel, kleingewürfelt
1 Selleriestange, kleingeschnitten
1 Möhre, kleingeschnitten
1 Knoblauchzehe, ganz lassen
1 El Tomatenmark
1 Rosmarinzweig
70 ml Weiß- oder Rotwein
400 ml Tomaten in Stücke (Dose)
100 ml Gemüsebrühe
Meersalz
Pfeffer
Olivenöl
Zum Bestreuen: 4 El Pecorino, gerieben

Die Seitan-Bällchen können übrigens sehr gut schon am Vortag im Backofen gemacht werden, dann muss man sich um die nicht mehr kümmern… Dazu werden zuerst die Sojaschnetzel mit der doppelten Menge kochendem Wasser und 1 El Gemüsebrühe übergossen und quellen dann für 10 Minuten. Danach im Blender ganz kurz etwas feiner zerhäckseln, sie sollen aber auf jeden Fall noch Struktur behalten.

In einer größeren Schüssel nun die trockenen Zutaten, also das Gluten mit Salz, Fenchel und Oregano vermischen. In die Schüssel mit den Soja-Schnetzeln noch 300 ml Wasser mit Tomatenmark, Knoblauch, Senf, Sojasauce und Olivenöl unterrühren. Erst jetzt rührt man die Soja-Schnetzel-Mischung unter das Gluten und knetet alles gut mit den Händen zu einer einheitlichen Masse.

Diese Masse verarbeitet man nun zu 24 gleich großen Bällchen und legt sie auf ein mit Backtrennpapier belegtes Backblech. Man bepinselt sie mit etwas Öl und gart sie bei 180° C Umluft für insgesamt 30 Minuten. Nach 15 Minuten werden sie dabei einmal gewendet.

Für den Tomatensugo die Zwiebel in 3 El Olivenöl mit dem Rosmarinzweig und der Knoblauchzehe für 5 Minuten in einem schweren Topf mit Deckel andünsten. Den Rosmarinzweig dann entfernen.

Nun fügt man Sellerie, Möhre, Tomatenmark, Wein und Gemüsebrühe hinzu, würzt mit 1½ Tl Salz und reichlich Pfeffer und schmort alles für weitere 5 Minuten.

Schließlich rührt man die Tomatenstücke unter und schmort das Ganze für 30 Minuten bei geschlossenem Deckel. Nach 25 Minuten püriert man die Tomatenmasse nur grob, kleine Stückchen sollten erhalten bleiben. Die Sauce abschmecken, 12 Bällchen hineinlegen und gerne noch 2 El Olivenöl darüberträufeln. Deckel wieder schließen.

Die Capellini garen währenddessen in 3 Minuten in kochendem Salzwasser. Nachdem man sie abgegossen hat werden sie entweder in einzelnen Strängen zum Sugo und den Bällchen in den Topf gelegt und leicht bedeckt oder direkt auf Tellern angerichtet und mit Sugo und Bällchen bedeckt.

Dazu geriebenen Pecorino.

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