Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera)

Der Winter liegt gerade hinter uns, und wir haben saisonbedingt unterschiedliche Kohlsorten abwechselnd und in vielen Variationen auf den Tisch gebracht. Mittlerweile hat sich deshalb auch eine gewisse Kohlmüdigkeit breit gemacht. Ich habe nun einfach Lust auf frisches Grün und junge Kräuter, ich beobachte, wie die Keimlinge meiner Roten und Gelben Bete aufgehen, wie sich Paprika- und Tomatenpflanzen entwickeln und freue mich auf deren Ernte im Sommer.

Für mich ist es deshalb relativ schwer, schon wieder an die Vorsorge für die nächste kalte Jahreszeit zu denken. Eigenlich will ich daran überhaupt nicht denken müssen, nicht jetzt. Aber: in den letzten beiden Saisons wurde mir die Dringlichkeit erst so richtig im Juli bewusst  – und da war es dann zu spät. Meinen wohlschmeckenden, italienischen Palmkohl konnte ich damals nur noch zu mittlerer Größe heranziehen und bereute es sehr. Mehr Ausbeute war nicht drin.

Doch Rosenkohl zu pflanzen lohnt sich schon. Er schmeckt süß und mild. Eine Pflanze entwickelt zwischen 30 und 70 Röschen, die man erntet, wenn man sie braucht. Es stimmt übrigens nicht, dass der Rosenkohl sein volles Aroma erst nach dem Frost entwickelt. Es kommt eher darauf an, dass die Pflanzen kalte Temperaturen erleben. Auch dann geht es mit der Photosynthese weiter, es wird Zucker gebildet und in der Pflanze angereichert. Bei Frost kommt dieser Prozess zum Erliegen, eine Geschmacksverbesserung findet also nicht mehr statt.


Steckbrief

Sorte: „Rubine“ , alte Rosenkohlsorte mit rot-violetten Röschen mit zartem Geschmack. Bei starkem Frost Winterschutz nötig

Sorte: „Groninger“ , winterharte Sorte, mittelgroße bis große Röschen

Sorte: „Revenge“ , hohe Frosttoleranz, liefert über den gesamten Winter viele frischgrüne, glatte Röschen. Die Ernte erstreckt sich von November bis Januar (Kulturversuch nur 2016)

samentüten
Empfehlenswerte Adressen für Saatgut

Aussaat:

  • April bis Mai
  • Dunkelkeimer
  • Keimung bei 15 – 20°C
  • Keimdauer 6 – 10 Tage
  • direkt in die Erde ist möglich, ich habe mit Vorziehen in kleinen Töpfen bessere Erfahrungen gemacht
  • Abstand in Reihen 60x60cm
  • Kulturdauer: Frühsommer bis Winter, sortenabhängig
  • sehr starker Zehrer wegen der langen Kulturdauer
  • braucht viel Wasser
  • vor Schädlingen mit einem Kulturnetz schützen

Familienzugehörigkeit: Kreuzblütler

Balkongeeignet: ja, im Kübel

Kulturdatenblatt 2016:
– Aussaat direkt ins Beet am 20.4.
– die Schnecken haben es sich schmecken lassen… Weiter als 10 cm sind die Pflanzen gar nicht gekommen, wenn überhaupt!

Kulturdatenblatt 2017:
– Aussaat in Anzuchtschalen am 28.4. und dann vereinzelt in kleine Töpfe. Mit Kulturschutznetz vor Tieren aller Art geschützt
– Am 15.7. als Nachfolger der Dicken Bohnen ins Hochbeet gesetzt und zwischen die Zitronenmelissen am Boden, die ich stark zurückgeschnitten und damit gemulcht habe (gegen Schädlinge, mal sehen, ob es hilft)
– die Rote Rubine ist schon etwa 20 cm hoch, der Groninger etwas kleiner, aber alle Pflanzen sehr gesund

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